Mehr freiwillige Ausreisen als Abschiebungen – Kosten für Rückführungen steigen
Mehr freiwillige Ausreisen als Abschiebungen – Kosten für Rückführungen steigen
Im ersten Halbjahr verließen mehr ausreisepflichtige Personen Deutschland freiwillig als durch Abschiebungen. Ein besonders kostspieliger Charterflug nach Pakistan sorgte für Diskussionen.
Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben 17.892 ausreisepflichtige Personen Deutschland freiwillig verlassen. Im Vergleich dazu wurden 9.663 Menschen abgeschoben. Die Bundesregierung teilte mit, dass 9.276 der freiwillig Ausreisenden finanzielle Unterstützung durch Förderprogramme des Bundes erhielten. Die Zahl der Abschiebungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 Prozent.
Ein besonders teurer Abschiebeflug nach Pakistan sorgte für Aufmerksamkeit: Die Kosten für den Charterflug beliefen sich auf 518.000 Euro und machten ihn zum teuersten Rückführungsflug in diesem Zeitraum. Gleichzeitig scheiterten rund 9.000 Abschiebungsversuche, unter anderem aufgrund von Widerstandshandlungen, rechtlichen Hürden oder gesundheitlichen Problemen der Betroffenen. In 130 Fällen war aktiver Widerstand der Grund für das Scheitern, während in 56 Fällen medizinische Bedenken eine Rolle spielten.
Zur Jahresmitte lebten etwa 259.000 ausreisepflichtige Personen in Deutschland, von denen 77 Prozent eine Duldung besaßen. Diese wird erteilt, wenn eine Abschiebung vorübergehend nicht möglich ist, beispielsweise wegen fehlender Reisedokumente oder gesundheitlicher Probleme. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen waren abgelehnte Asylbewerber. Zudem verweigerten Piloten in 280 Fällen die Beförderung von ausreisepflichtigen Personen in Linienflügen, was die Durchführung von Abschiebungen zusätzlich erschwerte.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
