Gewerbetreibende setzen Zeichen gegen Rassismus im Vorfeld der Landtagswahl
Gewerbetreibende setzen Zeichen gegen Rassismus im Vorfeld der Landtagswahl
In Magdeburg haben zahlreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund ihre Geschäfte vorübergehend geschlossen, um gegen Rassismus und Ausgrenzung zu protestieren. Die Aktion soll ein Appell an die Gesellschaft vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sein.
In Magdeburg, der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, haben heute mehr als 120 Gewerbetreibende mit Migrationsgeschichte ihre Geschäfte zwischen 10 und 15 Uhr geschlossen. Mit dieser beispiellosen Aktion protestieren sie gegen die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und setzen ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ziel sei es, ein Bewusstsein für die Gefahren von Rassismus und Ausgrenzung zu schaffen, erklärten die Initiatoren der Aktion.
Die Initiative wird vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt unterstützt, dessen Sprecher Saaeid Saaeid auf die zunehmend feindselige Atmosphäre gegenüber Migranten hinwies. Am Nachmittag ist eine Kundgebung vor dem Landtag geplant, bei der Betroffene ihre persönlichen Erfahrungen schildern. Saaeid betonte die Bedeutung von Solidarität und warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft. Er rief die Bürger dazu auf, das Wahlprogramm der Parteien kritisch zu prüfen, insbesondere im Hinblick auf die migrationspolitischen Positionen der AfD.
Forschende des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) warnten unterdessen vor wirtschaftlichen Konsequenzen einer möglichen AfD-geführten Regierung. Laut Institutsleiter Reint Gropp könnte die ausländerfeindliche Politik der Partei das Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt spürbar dämpfen. Zuwanderung trage erheblich zum Erhalt des Wirtschaftsstandorts bei, da deutsche Arbeitnehmer zunehmend altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Ohne die Impulse durch Migration sei ein Rückgang des Wachstums von bis zu einem Prozent pro Jahr zu erwarten.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
