Gewalt durch Fake-Dates: Queerfeindliche Angriffe nehmen zu
Gewalt durch Fake-Dates: Queerfeindliche Angriffe nehmen zu
Gruppen junger Männer nutzen queere Dating-Plattformen, um gezielt Gewalt auszuüben und ihre Taten online zu verbreiten. Die Zahl der queerfeindlichen Straftaten hat sich in den letzten Jahren drastisch erhöht.
In Deutschland häufen sich Fälle von Gewalt, die über queere Dating-Plattformen organisiert werden. Junge Männer vernetzen sich online, insbesondere über Plattformen wie Discord, und planen gezielte Angriffe auf Personen, die sie über Fake-Dates in eine Falle locken. Dabei werden die Opfer nicht nur körperlich angegriffen, sondern auch gedemütigt und gefilmt. Die Täter teilen anschließend die Aufnahmen ihrer Taten in geschlossenen Online-Gruppen.
Ein besonders erschütternder Fall betrifft Lukas, einen 35-jährigen Mann, der auf ein vermeintliches Date wartete. Statt einer Verabredung erschienen mehrere Männer, die ihn gewaltsam aus seinem Auto zogen und ihn zwangen, erniedrigende Aussagen vor laufender Kamera zu machen. Lukas ist nicht allein: In den letzten zehn Jahren wurden deutschlandweit über 70 solcher Fälle angezeigt. Experten gehen jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus, da viele Opfer aus Angst keine Anzeige erstatten.
Die Täter, die sich selbst als ‚Pedo-Hunter‘ bezeichnen, rechtfertigen ihre Angriffe mit dem Vorwurf der Pädophilie, den sie den Opfern zuschreiben. Dabei vermischen sie häufig Homosexualität mit Pädophilie, was von Experten als queerfeindliche Agitation eingestuft wird. Zudem zeigen Recherchen, dass rechtsextreme Inhalte und Symbolik in den Online-Gruppen verbreitet werden. Behörden warnen vor einer zunehmenden Radikalisierung solcher Netzwerke und fordern verstärkte Maßnahmen gegen diese Form der Gewalt.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
