Language / اللغة:
  • ar
  • de
  • en
  • Fünf Jahre nach der Machtübernahme: Erinnerungen an die Evakuierung aus Afghanistan

    Tages Monitor August 15, 2026

    Fünf Jahre nach der Machtübernahme: Erinnerungen an die Evakuierung aus Afghanistan

    Vor fünf Jahren übernahmen die Taliban die Kontrolle über Afghanistan, was eine dramatische Evakuierungsaktion auslöste. Tausende Menschen versuchten verzweifelt, dem Chaos zu entkommen, während die Bundeswehr 5347 Personen ausflog.

    Am 16. August 2021 erreichten die Taliban kampflos den Präsidentenpalast in Kabul, was eine Massenpanik auslöste. Tausende Afghanen strömten zum Flughafen der Hauptstadt, in der Hoffnung, dem Land zu entkommen. Unter ihnen war Najeeb Ferotan, ein ehemaliger Mitarbeiter der Bundeswehr, der acht Jahre lang in Masar-i-Scharif für das Medienzentrum „Stimme des Nordens“ gearbeitet hatte. Für die Taliban galt er als Verräter, doch seine verzweifelten Versuche, durch das Qasaba-Tor Zugang zum Flughafen zu erhalten, blieben erfolglos.

    Die Situation am Flughafen war chaotisch und gefährlich. Amerikanische Soldaten versuchten, die Menschenmassen unter Kontrolle zu halten, indem sie Warnschüsse abgaben und Pfefferspray einsetzten. Ferotan berichtete von erschütternden Szenen: Kinder wurden im Gedränge fast zerquetscht, Menschen brachen zusammen, und die Luft war schwer von Angst und Verzweiflung. Trotz der Bemühungen der Bundeswehr, ihre Ortskräfte zu identifizieren und zu retten, gelang es Ferotan nicht, ausgeflogen zu werden. Am 26. August kehrte er schließlich in seine Unterkunft zurück, kurz bevor ein Selbstmordattentäter am Abbey-Tor eine Explosion auslöste, die 169 Afghanen und 13 US-Soldaten das Leben kostete.

    In nur elf Tagen führte die Bundeswehr eine der größten Evakuierungsaktionen ihrer Geschichte durch und rettete 5347 Menschen, darunter deutsche Staatsbürger, Ortskräfte und andere gefährdete Personen. Die dramatischen Bilder dieser Rettungsmission bleiben bis heute im kollektiven Gedächtnis. Hauptmann Marc Hinzmann, der damals vor Ort war, beschreibt die schwierigen Entscheidungen, die unter Zeitdruck getroffen werden mussten, als „Wettlauf gegen Papierstapel“. Die Ereignisse von damals werfen weiterhin Fragen über die Priorisierung und die langfristigen Folgen der Evakuierung auf.


    Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix

    AboMatrix
    ×
    Hallo! Ich bin AboMatrix.
    Ich kann Ihnen die neuesten Nachrichten von der Website geben oder Ihre Fragen zu Asyl und Einwanderung in Deutschland beantworten.
    AboMatrix schreibt...