Zehn Jahre Brexit: Ein Rückblick auf die Fehlinterpretationen der Medien
Zehn Jahre Brexit: Ein Rückblick auf die Fehlinterpretationen der Medien
Am 23. Juni 2016, dem Tag des Brexit-Referendums, versammelten sich Journalisten in Brüssel, um die Ergebnisse zu diskutieren. Die Nacht war geprägt von einer stürmischen Atmosphäre und einer tiefen Fehleinschätzung der Wählerstimmung.
In der Brüsseler Kneipe The Funky Monkey trafen sich am Abend des Referendums zahlreiche Korrespondenten britischer Zeitungen, um die bevorstehenden Ergebnisse zu analysieren. Unter ihnen waren Vertreter namhafter Publikationen, die alle auf eine andere Wende der Wählerstimmen setzten, während ein unheilvolles Gewitter über der Stadt tobte.
Der Autor, damals als Brexit-Korrespondent für Euractiv tätig, hatte bereits Monate zuvor ein ungutes Gefühl, dass die Leave-Kampagne unter der Führung von Nigel Farage und Boris Johnson gewinnen würde. Diese Einschätzung basierte auf persönlichen Erfahrungen aus dem Norden Englands, wo sich die Stimmung gegen die EU bereits lange vor dem Referendum abzeichnete.
Die Enttäuschung über die Labour-Partei, die in der Vergangenheit die Wähler im Norden enttäuscht hatte, trug zur niedrigen Wahlbeteiligung bei. Viele Wähler fühlten sich von den politischen Eliten ignoriert und blieben daher zu Hause. Diese Entwicklung wurde von den Medien weitgehend übersehen, was zu einer gravierenden Fehleinschätzung der politischen Landschaft führte.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
