Tankrabatt endet: Spritpreise steigen drastisch
Tankrabatt endet: Spritpreise steigen drastisch
Mit dem Ende des Tankrabatts drohen heute massive Preissprünge an den Tankstellen – Experten warnen vor Chaos.
Seit Mitternacht ist der Tankrabatt Geschichte, und die Auswirkungen sind bereits spürbar. Die Maßnahme, die im Mai und Juni eingeführt wurde, sollte die steigenden Kraftstoffpreise nach Beginn des Iran-Kriegs abfedern. Durch die Absenkung der Mineralölsteuer wurden Benzin und Diesel um 17 Cent pro Liter günstiger. Die Bundesregierung investierte dafür 1,6 Milliarden Euro. Laut einer Studie der RWTH Aachen führte dies zu einer monatlichen Entlastung von 10 bis 15 Euro für Durchschnittshaushalte, während ärmere Haushalte nur drei bis vier Euro sparten. RWTH-Forscher Aaron Praktiknjo bezeichnete den Tankrabatt als „relativ zielungenaue Maßnahme“.
Bereits am Dienstag stiegen die Preise für Diesel und Benzin deutlich an. Laut ADAC kletterte der Dieselpreis im bundesweiten Durchschnitt um 24 Cent pro Liter, während E10 um 20,3 Cent teurer wurde. Der Verkehrsclub kritisierte den Anstieg als ungerechtfertigt, da der Rohölpreis aktuell nicht steige. Experten erwarten, dass die Preise heute um 12 Uhr weiter anziehen könnten, da die Tankstellen ihre Preise erstmals nach dem Ende des Tankrabatts anpassen dürfen. Diese Aussicht führte bereits zu langen Schlangen und chaotischen Szenen an einigen Tankstellen, wie etwa in Waren (Müritz).
Angesichts der drohenden Preisexplosion warnte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, die Mineralölkonzerne vor überhöhten Preisaufschlägen. Unternehmen dürften die Situation nicht ausnutzen, um unverhältnismäßige Erhöhungen durchzusetzen, so Mundt. Seine Behörde werde entsprechenden Hinweisen nachgehen. Mundt betonte zudem, dass der Tankrabatt nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen sei. Konkrete Zahlen dazu seien jedoch noch nicht validiert.
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder schloss sich der Warnung an und appellierte an die Mineralölbranche, keine ungerechtfertigten Preissteigerungen vorzunehmen. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass die Einführung des Tankrabatts die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt habe. Mit der Rückkehr zur regulären Energiesteuer sei jedoch ein entsprechender Preisanstieg unvermeidlich. Die kommenden Stunden werden zeigen, wie stark die Preise tatsächlich steigen und welche Auswirkungen dies auf Verbraucher und die Wirtschaft haben wird.
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