Nationale Plattform für Forschungssicherheit gestartet: Schutz vor Datenabfluss
Nationale Plattform für Forschungssicherheit gestartet: Schutz vor Datenabfluss
Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit hat ihre Arbeit aufgenommen, um Forschung vor Spionage und Datenabfluss zu schützen.
Am Freitag hat die Nationale Plattform für Forschungssicherheit ihre Arbeit am Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) aufgenommen. Ziel der Plattform ist es, Forschung spionagesicherer zu machen und den Abfluss sensibler Daten zu verhindern. Der Start der Plattform wurde durch einen Vorfall am Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA beschleunigt, bei dem ein Abfluss sicherheitsrelevanter Daten im Zusammenhang mit chinesischen Partnern vermutet wurde.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) betonte, dass Forschung zunehmend in den Fokus rivalisierender Staaten gerate und daher Schutzmaßnahmen notwendig seien. Die Plattform soll Forschung und Sicherheitsbehörden vernetzen, ohne in die Freiheit der Wissenschaft einzugreifen. Der Bund finanziert die Plattform bis 2029 mit zehn Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Markus Blume (CSU), Präsident der Wissenschaftsministerkonferenz, erklärte, dass Forschungssicherheit die Wahrung deutscher Interessen bedeute und eine Balance zwischen Offenheit und Schutz erforderlich sei.
Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, hob hervor, dass internationale Kooperationen für die Wissenschaft unverzichtbar seien. Die Plattform analysiere Risiken und binde systematisch Sicherheitsbehörden ein, um eine vertrauliche Meinungsbildung zu ermöglichen. Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrats, bezeichnete die Plattform als entscheidenden Schritt, um Risiken frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig die Freiheit der Wissenschaft zu bewahren. Die Plattform wird durch ein Lenkungsgremium koordiniert, das aus Vertretern von Bund, Ländern, Wissenschaftsorganisationen und Sicherheitsbehörden besteht. Eine Servicestelle soll Hochschulen und Forschungsorganisationen künftig mit Handlungsempfehlungen unterstützen.
