Magdeburger Gewerbetreibende protestieren gegen Rassismus und politische Ausgrenzung
Magdeburger Gewerbetreibende protestieren gegen Rassismus und politische Ausgrenzung
In Magdeburg haben mehr als 160 migrantische und nicht-migrantische Gewerbetreibende ihre Läden geschlossen, um ein Zeichen gegen Rassismus und die rechtspopulistische Politik zu setzen.
Mit einem organisierten Streik haben zahlreiche Geschäfte in Magdeburg am Mittwoch, zwischen 10 und 15 Uhr, ihre Türen verschlossen. Die Aktion soll auf Rassismus und Ausgrenzung aufmerksam machen und ist auch Ausdruck der Sorge vor politischen Veränderungen nach der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Zu den teilnehmenden Betrieben gehören unter anderem Dönerläden, Gemüsemärkte und Friseursalons, die sich bewusst für einen Protest entschieden haben.
Am Hasselbachplatz zeigt sich der Streik besonders deutlich: Viele Geschäfte haben rote Plakate an ihren Schaufenstern angebracht, die auf die Gründe für die Aktion hinweisen. Dort ist zu lesen, dass der Streik nicht nur gegen Rassismus und Faschismus gerichtet ist, sondern auch die Bedeutung einer freien und demokratischen Gesellschaft unterstreichen soll. Laut den Organisatoren beteiligen sich über 160 Geschäfte an der Initiative, einige aus Angst vor Angriffen jedoch nicht öffentlich.
Die Demonstration erreichte ihren Höhepunkt mit einer Kundgebung am Domplatz, an der rund 220 Personen teilnahmen. Vertreter des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt unterstützen die Aktion und warnen vor einer gesellschaftlichen Entwicklung, die Migration zunehmend als Problem darstellt. Viele der demonstrierenden Gewerbetreibenden befürchten eine Verschärfung der politischen Lage und sprechen von einem vergifteten gesellschaftlichen Klima, was sich auch in der zunehmenden Distanz zwischen Migranten und Nicht-Migranten widerspiegele.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
