Kölner Dom: Eintritt für Erhalt eingeführt
Kölner Dom: Eintritt für Erhalt eingeführt
Ab heute kostet der Besuch des Kölner Doms bis zu 12 Euro – notwendig für die aufwendige Sanierung.
Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, erhebt ab heute Eintrittsgelder von bis zu 12 Euro. Grund dafür sind die enormen Kosten für den Erhalt und die Sanierung der Kathedrale, die täglich rund 44.000 Euro verschlingen. Die Dombauhütte, die für die Restaurierungsarbeiten verantwortlich ist, rechnet damit, dass die Ausgaben in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Allein im Jahr 2025 beliefen sich die Sanierungskosten auf etwa 16 Millionen Euro. Trotz Spenden und Rücklagen fehlten im Jahr 2024 rund 240.000 Euro, um die Kosten zu decken.
Die Herausforderungen bei der Restaurierung des Doms sind immens. Dombaumeister Peter Füssenich erklärt, dass viele der Schäden auf die Jahrhunderte alte Geschichte des Bauwerks zurückzuführen sind. Verwitterung, fehlende Skulpturen und sogar Einschusslöcher aus Kriegszeiten prägen das Bild der Kathedrale. Besonders aufwendige Arbeiten, wie die Restaurierung einzelner Skulpturen, können bis zu 100.000 Euro kosten und mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Auch kleinere Reparaturen, wie die Erneuerung steinerner Baldachine über den Portalen, erfordern bis zu anderthalb Jahre Handarbeit.
Ein weiteres Beispiel für die aufwendige Handwerkskunst ist das neue Helena-Fenster, das im südlichen Querschiff eingesetzt wurde. Dieses Fenster, bestehend aus 500 Einzelteilen, wurde in mehr als drei Jahren Arbeit von fünf Mitarbeitern der Dombauhütte gefertigt und kostete rund 500.000 bis 600.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte vollständig durch Spenden. Neben der Glaserei widmet sich die Dombauhütte auch der Steinrestaurierung und der Instandhaltung der Domplatte, auf der die Kathedrale steht.
Die Einführung des Eintrittsgeldes ist eine Maßnahme, um die langfristige Erhaltung des Doms zu sichern. Füssenich betont, dass trotz der hohen Kosten keine Kompromisse bei der Qualität der Restaurierungen gemacht werden. „Wir werden sicher keine Kunststoff- oder Plastik-Skulpturen in den Dom stellen. Wir sind dem Original verpflichtet“, so der Dombaumeister. Der Kölner Dom bleibt eine ewige Baustelle, denn einige Projekte werden voraussichtlich erst im Jahr 2070 abgeschlossen sein. Mit dem Eintrittsgeld hofft man, die Finanzierungslücke zu schließen und das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu bewahren.
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