Jugendproteste in Bayern: Eskalation in Nürnberg, ein Verletzter gemeldet
Jugendproteste in Bayern: Eskalation in Nürnberg, ein Verletzter gemeldet
Jugendproteste in Bayern eskalierten in Nürnberg, wo Pyrotechnik und Gegenstände auf Einsatzkräfte geworfen wurden, ein Mensch wurde verletzt.
In Nürnberg kam es am Samstag bei einer zunächst friedlichen Jugenddemonstration zu Ausschreitungen. Aus der Menge heraus wurden Pyrotechnik, Steine und Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Dabei wurde eine Person verletzt, möglicherweise durch einen Böllerwurf. Rund 2.000 Menschen hatten sich in Nürnberg versammelt, darunter auch eine Gruppe, die von der Polizei als gewaltbereit eingestuft wurde. Rund 100 Personen wurden vorübergehend festgesetzt, nachdem sie trotz Aufforderung der Polizei den Demonstrationszug fortsetzen wollten. Die Einsatzkräfte setzten eine Polizeikette und unmittelbaren Zwang ein, unterstützt von einer Reiterstaffel.
Auch in München, wo etwa 5.000 Menschen an den Protesten teilnahmen, kam es vereinzelt zum Einsatz von Pyrotechnik. Die Versammlung verlief jedoch weitgehend friedlich, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung hielt sich eine Gruppe von 100 bis 200 Personen vor der Ludwig-Maximilians-Universität auf, die laut Polizei nicht mit der vorherigen Demonstration in Verbindung stand. Gegen 84 Personen dieser Gruppe wurden Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Versammlungsrecht gestellt. In anderen Städten wie Augsburg, Regensburg und Rosenheim verliefen die Proteste mit deutlich geringerer Teilnehmerzahl friedlich.
Die Jugendproteste wurden von der Initiative ‚Gen Z regelt‘ organisiert, die bundesweit zu friedlichem Protest aufgerufen hatte. Die Forderungen der Initiative umfassen soziale Gerechtigkeit, mehr finanzielle Mittel für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten sowie verstärkten Klimaschutz. Eine Wehrpflicht und ein Ausbau staatlicher Überwachung werden abgelehnt. Die Jungen Freien Wähler in Bayern betonten, dass die Anliegen der Jugendlichen ernst genommen werden sollten, verurteilten jedoch jegliche Form von Gewalt und Vandalismus.
