Infineon stärkt Dresden: Neue Chipfabrik eröffnet
Infineon stärkt Dresden: Neue Chipfabrik eröffnet
Infineon eröffnet in Dresden eine hochmoderne Chipfabrik und setzt damit neue Maßstäbe in der europäischen Halbleiterindustrie.
Der Chiphersteller Infineon hat in Dresden eine neue Chipfabrik eröffnet, die als eine der modernsten Produktionsstätten weltweit gilt. Mit einer Investition von rund fünf Milliarden Euro, der höchsten in der Firmengeschichte, verdoppelt das Unternehmen seine Produktionskapazität am Standort. Die Fabrik, bekannt als ‚Smart Power Fab‘, wurde drei Monate früher als geplant fertiggestellt und wird zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben.
Das Projekt wird im Rahmen des European Chips Act mit 920 Millionen Euro gefördert, um die europäische Halbleiterproduktion zu stärken und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Ziel der EU ist es, den Anteil europäischer Chips bis 2030 auf 20 Prozent zu erhöhen. Auch die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen beteiligen sich an der Subvention. Kritiker wie Joachim Ragnitz vom ifo-Institut hinterfragen jedoch die Höhe der staatlichen Förderung und deren Notwendigkeit.
Die neue Fabrik produziert Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern, die für KI-Rechenzentren, Windräder, Solaranlagen, Elektroautos und Industrieanlagen benötigt werden. Laut Standortleiter Thomas Richter entspricht das Portfolio der Fabrik genau der aktuellen Marktnachfrage. Die Fertigstellung des Werks in nur drei Jahren unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts für Infineon und die Region.
Dresden, bekannt als ‚Silicon Saxony‘, festigt mit der neuen Fabrik seinen Status als größter Chip-Standort Europas. Die Region zieht Fachkräfte aus aller Welt an, und im neuen Werk entstehen 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Neben Infineon plant auch ein Joint-Venture um den taiwanischen Hersteller TSMC eine weitere Chipfabrik in Dresden, die 2024 eröffnet werden soll. Dieses Milliardenprojekt wird als Meilenstein für die europäische Halbleiterindustrie angesehen.
Die neue Chipfabrik beeindruckt nicht nur durch ihre technische Ausstattung, sondern auch durch ihre nachhaltige Bauweise. Das Gebäude ragt über 40 Meter in die Höhe und verfügt über einen Reinraum, der auf zwei Etagen eine Fläche von drei Fußballfeldern umfasst. Industriewasser ersetzt Trinkwasser in der Produktion, was die Umweltbelastung reduziert. Mit diesen Maßnahmen setzt Infineon ein klares Zeichen für Innovation und Nachhaltigkeit in der Halbleiterbranche.
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