Hessen: Gunter Demnig erhält Verfassungspreis für Stolpersteine-Projekt
Hessen: Gunter Demnig erhält Verfassungspreis für Stolpersteine-Projekt
Gunter Demnig, der Initiator der Stolpersteine, wurde in Wiesbaden mit dem hessischen Verfassungspreis ausgezeichnet.
Gunter Demnig, der Künstler hinter den Stolpersteinen, wurde in Wiesbaden mit dem erstmals verliehenen hessischen Verfassungspreis des Landtags ausgezeichnet. Die Stolpersteine, kleine Gedenktafeln aus Messing, erinnern an die Wohnorte von Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Seit der ersten Verlegung 1992 in Köln hat Demnig mit seinem Team über 125.000 dieser Steine in mehr als 30 europäischen Ländern installiert.
Das Projekt begann 1990 mit einer Kunstaktion in der Kölner Südstadt, die an die Deportation von Sinti und Roma erinnerte. Zwei Jahre später verlegte Demnig den ersten Stolperstein in Köln. Die etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Steine tragen die Namen sowie Geburts- und Todesdaten der NS-Opfer und werden vor deren letztem frei gewählten Wohnort ins Pflaster eingelassen. Die Initiative gilt heute als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
Trotz seines Erfolgs stieß das Projekt auch auf Widerstand. In München werden Stolpersteine auf städtischem Grund nicht zugelassen, und in Heidenau bei Dresden beschloss der Stadtrat kürzlich, keine neuen Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum zu erlauben. Demnig, der mehrfach Morddrohungen erhielt, betont jedoch die Bedeutung seiner Arbeit, insbesondere für Jugendliche, die durch die Einzelschicksale einen persönlichen Zugang zur Geschichte finden. Für sein Engagement wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und dem Arnold-Bode-Preis.
