Griechischer Milliardär sichert LNG-Ausnahme in neuem EU-Sanktionspaket gegen Russland
Griechischer Milliardär sichert LNG-Ausnahme in neuem EU-Sanktionspaket gegen Russland
Die Europäische Union hat am Donnerstagmorgen das 21. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet, wobei Griechenland eine Ausnahme für den Transport von russischem Flüssigerdgas (LNG) durchgesetzt hat.
Nach langen und chaotischen Verhandlungen hat die Europäische Union am Donnerstagmorgen das 21. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet. Griechenland blockierte die Einigung zunächst und forderte eine Ausnahme für den Transport von russischem Flüssigerdgas (LNG). Die griechische Regierung argumentierte, dass ein Verbot des LNG-Transports verheerende Auswirkungen auf die heimische Schifffahrtsindustrie haben würde. Schließlich gelang es Griechenland, eine bedeutende Konzession für seine Reedereien zu sichern, indem ein bereits 2025 beschlossenes Verbot gelockert wurde.
Die Diskussionen um die Ausnahme für LNG begannen, nachdem Griechenland darauf bestand, dass das Verbot nicht für den Handel mit sogenannten Drittstaaten außerhalb der EU gelten sollte. Dies führte zu Spannungen innerhalb der EU, da die Mitgliedstaaten bereits im Oktober 2025 vereinbart hatten, den Kauf, Import oder die direkte oder indirekte Übertragung von LNG aus Russland zu verbieten. Griechenland konnte jedoch durchsetzen, dass Exporte von russischem LNG außerhalb der EU erlaubt bleiben, sofern die Verträge vor Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine abgeschlossen wurden. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung können solche Verträge eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren haben.
Die Entscheidung wird als großer Erfolg für Griechenland und insbesondere für das Unternehmen Dynagas gewertet, das von einem griechischen Milliardär geführt wird. Griechenland ist eine der führenden Seefahrtsnationen der Welt und kontrolliert etwa ein Fünftel der globalen Handelsflotte, darunter zahlreiche LNG-Tanker. Die griechische Regierung befürchtete, dass ihre Schiffe lukrative Verträge verlieren könnten, während Russland alternative Transportmöglichkeiten in Ländern wie China, Indien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten finden würde. Diese Ausnahme zeigt erneut, wie nationale Interessen innerhalb der EU oft über gemeinsame Ziele gestellt werden.
Quelle: euobserver.com
