Diakonisches Unternehmen entlässt Mitarbeiterin wegen AfD-Kandidatur
Diakonisches Unternehmen entlässt Mitarbeiterin wegen AfD-Kandidatur
Eine langjährige Mitarbeiterin eines diakonischen Unternehmens wurde fristlos entlassen, nachdem sie bei den niedersächsischen Kommunalwahlen für die AfD kandidierte. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit einem Konflikt zwischen den Grundwerten der Kirche und der Kandidatur.
Das diakonische Unternehmen Mission:Lebenshaus gGmbH hat eine Mitarbeiterin entlassen, die bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen für die AfD kandidierte. Martina Müller, die seit 15 Jahren für das Unternehmen tätig war, wurde fristlos gekündigt. Laut einer Stellungnahme des Unternehmens stehe die Kandidatur für eine Partei, die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den kirchlichen Grundwerten und dem diakonischen Auftrag.
Die Kündigung erfolgte nach einer vorherigen Abmahnung und der Aufforderung, schriftlich von der Kandidatur zurückzutreten, der Müller nicht nachkam. Das Unternehmen betonte, dass die Entscheidung nicht aus parteipolitischen Gründen getroffen wurde, sondern auf einer sorgfältigen Prüfung basiere. Maßgeblich sei, ob öffentlich vertretene Positionen und Aktivitäten mit den Loyalitätspflichten und dem kirchlich-diakonischen Auftrag vereinbar seien. Mitarbeiter seien verpflichtet, auch außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Arbeit zu wahren.
In einer öffentlichen Erklärung hob das Unternehmen seine parteipolitische Neutralität hervor, betonte jedoch die Notwendigkeit, entschieden gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorzugehen. Menschen in schwierigen Lebenslagen müssten unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status respektvoll behandelt werden können. Müller kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Kündigung einzuleiten. Der Fall hat in sozialen Medien und politischen Kreisen für Aufmerksamkeit gesorgt.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
