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    Tages Monitor September 12, 2026

    Bundesnetzagentur fordert Bahn-Wettbewerb

    Die Bundesnetzagentur will die Monopolstellung der Deutschen Bahn im Fernverkehr durch mehr Wettbewerb aufbrechen.

    Die Bundesnetzagentur hat einen Entwurf vorgelegt, der die Deutsche Bahn dazu verpflichten soll, mindestens ein Viertel ihrer Kapazitäten auf stark ausgelasteten Strecken an Wettbewerber abzugeben. Ziel ist es, den Wettbewerb im Fernverkehr zu fördern und damit niedrigere Ticketpreise sowie eine höhere Qualität für Reisende zu erreichen.

    Hintergrund des Beschlusses ist unter anderem die geplante Expansion des italienischen Zugunternehmens Italo, das ab 2028 auf deutschen Strecken wie München-Frankfurt-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg verkehren möchte. Italo plant, 30 Hochgeschwindigkeitszüge für 56 tägliche Verbindungen einzusetzen. Die Strecken gelten als besonders lukrativ, da sie wichtige Verkehrsknoten miteinander verbinden.

    Die Bundesnetzagentur reagiert damit auf eine zentrale Forderung von Italo, das die Behörde kontaktiert hatte, um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Netzagentur-Chef Klaus Müller erklärte, dass Unternehmen wie Italo und FlixTrain bisher nicht verlässlich abschätzen konnten, ob sie ausreichend Nutzungsrechte auf der Schiene erhalten würden. Mit der neuen Wettbewerbsklausel soll ein Mindestmaß an Zugang für Konkurrenten garantiert werden.

    Der Fernverkehr wird derzeit zu 95 Prozent von der Deutschen Bahn dominiert. Die Trassenvergabe erfolgt durch die DB InfraGo, doch der Platz auf der Schiene ist begrenzt, insbesondere an großen Knotenpunkten wie Hamburg, Berlin oder Köln. Dies führt häufig zu Verspätungen und Engpässen.

    Die Deutsche Bahn warnt vor den Folgen des Beschlusses. Sollte sie Trassen auf den lukrativen Rennstrecken verlieren, könnte dies dazu führen, dass weniger stark nachgefragte Verbindungen in der Fläche reduziert werden. Der Konzern argumentiert, dass die Einnahmen aus den Hauptstrecken notwendig seien, um das Angebot in weniger rentablen Regionen zu finanzieren.

    Der Entwurf der Bundesnetzagentur wird nun dem Eisenbahninfrastrukturbeirat vorgelegt, der dazu Stellung nehmen soll. In zwei Wochen wird eine finale Entscheidung erwartet. Die Diskussion um die Zukunft des Fernverkehrs bleibt damit spannend, da sowohl wirtschaftliche Interessen als auch die Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigt werden müssen.


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