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    Tages Monitor September 13, 2026

    Brandanschlag in Cottbus: Rechtsextreme Gewalt erschüttert

    Ein mutmaßlich rechtsextremistischer Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt und einen Jugendclub sorgt für Entsetzen in Cottbus.

    In der Nacht zu Donnerstag ereignete sich ein mutmaßlich rechtsextremistischer Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ und den Jugendclub „Chekov“ in Cottbus. Unbekannte warfen mehrere Brandsätze gegen die Fassade des Wohnprojekts, während sich Menschen im Gebäude befanden. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes, der Staatsschutz ist eingeschaltet. Verletzt wurde niemand, doch die Tat hat die Stadt tief erschüttert.

    Laut Polizeisprecher Sascha Erler wurden gegen 1:15 Uhr mehrere Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit gegen das Wohnprojekt geworfen. Die Bewohner konnten den Brand rechtzeitig melden, sodass die Feuerwehr Schlimmeres verhindern konnte. Eine Bewohnerin schilderte auf Instagram, wie sie durch einen Knall geweckt wurde und die Angreifer konfrontierte. Diese hätten trotz des Wissens, dass Menschen im Gebäude sind, die Brandsätze geworfen.

    In unmittelbarer Nähe des Wohnprojekts kam es zu einem weiteren Vorfall: Am Jugendclub „Chekov“ brannte eine Zaunlatte. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den beiden Angriffen. Zwei junge Männer, die zur Tatzeit schwarz gekleidet waren, stehen unter Verdacht. Einer von ihnen trug eine Sturmhaube in den Farben des Deutschen Reichs und eine auffällige Tätowierung am linken Unterarm.

    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich „fassungslos und entsetzt“ über die Ereignisse. Er betonte, dass solche Taten mit aller Härte bestraft werden müssen und die Landesregierung weiterhin konsequent gegen rechte Gewalt vorgehen werde. Auch Innenminister Jan Redmann (CDU) verurteilte die Anschläge scharf und erklärte: „Rechtsextremisten verätzen das Zusammenleben.“

    Die Anschläge ereigneten sich während der CSD-Wochen, was laut Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) kein Zufall sei. Am Wohnprojekt hängt eine Regenbogenflagge, die möglicherweise Ziel der Angreifer war. Schick betonte, dass die Gesellschaft sich entschieden gegen solche Angriffe stellen müsse. Das Wohnprojekt „Zelle 79“ war in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel rechtsextremistischer Gewalt, darunter Sprengstoffanschläge und Schmierereien.

    Die Polizei und der Staatsschutz arbeiten intensiv an der Aufklärung der Taten. Die Ermittler prüfen ideologische und örtliche Zusammenhänge zwischen den Angriffen. Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die Bedrohung durch rechtsextremistische Gewalt in der Region und die Notwendigkeit eines entschlossenen gesellschaftlichen Widerstands.


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