Bayern: Sicherheitslücke zwingt Behörden zur Abschaltung von Webseiten
Bayern: Sicherheitslücke zwingt Behörden zur Abschaltung von Webseiten
Wegen einer schwerwiegenden Sicherheitslücke haben bayerische Behörden und Einrichtungen am Nachmittag ihre Internetseiten vorsorglich vom Netz genommen.
In Bayern sind am Nachmittag zahlreiche Internetseiten von Ministerien, der Polizei sowie weiteren Behörden und Einrichtungen vorübergehend nicht erreichbar gewesen. Grund dafür ist eine weltweit entdeckte, gravierende Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP, die das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste bildet. Auf den betroffenen Seiten war der Hinweis zu lesen: ‚Aus sicherheitstechnischen Gründen ist dieses Webangebot aktuell leider nicht verfügbar.‘
Betroffen waren unter anderem die Webseiten der Stadtverwaltungen von München und Augsburg, das Landratsamt Rhön-Grabfeld sowie die Internetauftritte des Augsburger Uniklinikums und des Klinikums Nürnberg. Auch bayerische Unternehmen meldeten Ausfälle. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) hatten zuvor vor der kritischen Schwachstelle gewarnt. Laut einer Sprecherin des LSI handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um mögliche Angriffe zu verhindern. Bislang gebe es keine Hinweise auf Hackerangriffe.
Die Entwickler des PHP-Projekts haben bereits die Veröffentlichung eines Sicherheitspatches angekündigt. Das BSI empfahl Betreibern von Internetseiten, ihre Server im Zweifelsfall komplett vom Netz zu nehmen. Das bayerische Innenministerium bestätigte, dass die Abschaltung der eigenen Webseite auf Empfehlung von BSI und LSI erfolgte. Ein Update sei bereits in Arbeit, und die Unterbrechung solle etwa eine Stunde dauern. Die Internetseite der bayerischen Polizei war am frühen Mittwochabend wieder online.
