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  • Anwältevereinigung GYLA erhält „Alternativen Nobelpreis“ für Einsatz in Georgien

    Tages Monitor September 30, 2026

    Anwältevereinigung GYLA erhält „Alternativen Nobelpreis“ für Einsatz in Georgien

    Die Georgische Vereinigung Junger Anwälte (GYLA) wurde für ihren Einsatz zur Verteidigung der Demokratie und Menschenrechte in Georgien unter autokratischem Druck mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet.

    Die Georgische Vereinigung Junger Anwälte (GYLA) ist eine der vier Preisträgerinnen des diesjährigen Right Livelihood Award, auch bekannt als „Alternativer Nobelpreis“. Die Organisation wurde für ihren unermüdlichen Einsatz zur Verteidigung der Demokratie und der zivilgesellschaftlichen Handlungsfähigkeit in Georgien geehrt, einem Land, das zunehmend unter autokratischem Druck steht. Die Preisverleihung wurde am Mittwochmorgen von der Stockholmer Stiftung bekannt gegeben.

    Die Vorsitzende von GYLA, Tamar Oniani, beschreibt die Menschenrechtslage in Georgien als „tief in der Krise“. Die Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit und die Rechte von Medien, Oppositionsparteien sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen seien massiv bedroht. Oniani betont, dass diese Institutionen als „letzte Bastionen der Freiheit“ gezielt von Repressionen betroffen sind. Die politische Situation hat sich insbesondere seit der Verabschiedung eines Gesetzes gegen „ausländischen Einfluss“ im Frühjahr 2024 verschärft, das sich an russischen Regelungen orientiert und ausländische Unterstützung für Organisationen faktisch unterbindet.

    Die Repressionen gegen GYLA und andere zivilgesellschaftliche Akteure haben weitreichende Folgen. Ein Drittel der Mitarbeiter von GYLA verließ die Organisation unter dem Eindruck des neuen Gesetzes. Zudem wurde GYLA rückwirkend verpflichtet, laufende Projekte von der Regierung genehmigen zu lassen, was die Arbeit der Organisation erheblich einschränkt. Trotz dieser Herausforderungen bleibt GYLA entschlossen, ihre Mission fortzusetzen. „Wir haben diesen Kampf jahrelang zusammen geführt“, so Oniani. Die Organisation dokumentiert unter anderem Menschenrechtsverletzungen und politische Gefangenschaft, darunter auch den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen gegen Demonstranten Ende 2024.

    Die Auszeichnung des Right Livelihood Award unterstreicht die internationale Anerkennung für den Einsatz von GYLA und anderen Preisträgern, darunter die pakistanische Frauenrechtlerin Jaila Haider, die amerikanische KI-Aktivistin Timnit Gebru und die südafrikanische Rural Women’s Assembly. Die Ehrung soll nicht nur die Arbeit der Preisträger würdigen, sondern auch auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam machen, die Menschenrechte und demokratischen Werte in Ländern wie Georgien zu schützen. Die Lage in Georgien zeigt, wie fragil demokratische Errungenschaften unter autoritärem Druck werden können.


    Quelle: faz.net

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