Afghanische Unternehmerinnen kämpfen trotz Taliban-Beschränkungen um ihre Existenz
Afghanische Unternehmerinnen kämpfen trotz Taliban-Beschränkungen um ihre Existenz
Afghanische Frauen gründen zunehmend Unternehmen, um den strikten Einschränkungen der Taliban zu entkommen und ihre Existenz zu sichern.
In Afghanistan gründen immer mehr Frauen Unternehmen, um den strengen Restriktionen der Taliban zu entkommen und ihren Lebensunterhalt zu sichern. Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 wurden Frauen aus zahlreichen gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen ausgeschlossen. Dennoch erlaubt das Regime Frauen, eigene Firmen zu führen, was viele Afghaninnen als einzige verbleibende Möglichkeit sehen, wirtschaftlich unabhängig zu bleiben.
Ein Beispiel ist die 21-jährige Fawzia Yawari aus der Provinz Bamiyan, die auf einer internationalen Landwirtschaftsmesse in Kabul Honigprodukte präsentierte. Obwohl die Taliban Frauen die Teilnahme an der Messe untersagt hatten, konnte Yawari durch die Unterstützung der Landwirtschaftskammer und unter Umgehung der Vorschriften einen Stand betreiben. Sie hofft, mit den Einnahmen ein Studium im Ausland finanzieren zu können, kämpft jedoch mit Vorurteilen und konservativen Einstellungen der Kunden, die oft männlichen Verkäufern den Vorzug geben.
Laut der afghanischen Industrie- und Handelskammer hat sich die Zahl der Firmenlizenzen für Frauen unter der Taliban-Herrschaft mehr als verzehnfacht. Während es im vergangenen Jahr etwa 13.500 registrierte Unternehmerinnen gab, schätzt die Frauenhandelskammer die Zahl der informellen Kleinunternehmen auf etwa 130.000. Viele Frauen arbeiten in traditionellen Bereichen wie Teppichknüpferei, Lebensmittelproduktion oder Schmuckherstellung, oft von zu Hause aus, um den strengen Auflagen der Taliban zu entgehen.
Die systematische Benachteiligung von Frauen durch die Taliban bleibt jedoch ein großes Hindernis. So benötigen Frauen für die Teilnahme an internationalen Messen staatliche Genehmigungen, und auch auf nationaler Ebene werden sie häufig diskriminiert. Trotz dieser Herausforderungen zeigen die afghanischen Unternehmerinnen bemerkenswerten Mut und Einfallsreichtum. Ihr Engagement unterstreicht die Bedeutung wirtschaftlicher Selbstständigkeit in einem repressiven Umfeld und wirft ein Schlaglicht auf die schwierige Lage von Frauen in Afghanistan. Die Entwicklungen in Afghanistan könnten auch in Deutschland die Diskussion über die Unterstützung von Frauenrechten und humanitärer Hilfe in Krisenregionen befeuern.
Quelle: faz.net
