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    Tages Monitor Oktober 12, 2026

    Tausende protestieren in Indonesien gegen Korruption und wirtschaftliche Krise

    In Indonesien demonstrieren Tausende gegen Korruption, steigende Lebenshaltungskosten und die Wirtschaftspolitik von Präsident Prabowo Subianto.

    In Indonesien haben in den vergangenen Wochen Tausende Menschen, vor allem junge Demonstranten, in der Hauptstadt Jakarta und anderen Städten gegen die Regierung von Präsident Prabowo Subianto protestiert. Die Demonstranten kritisieren eine geschwächte Währung, steigende Preise und kostspielige Großprojekte, die ihrer Meinung nach das Land in den Bankrott treiben könnten. Unter dem Slogan „Indonesia Bangkrut“ (Indonesien droht der Bankrott) äußern sie ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage des Landes, das mehr als 280 Millionen Einwohner zählt.

    Die wirtschaftliche Krise wird durch die Auswirkungen des Irankriegs verschärft, der die Ölpreise in die Höhe getrieben hat. Die indonesische Regierung musste ihren Versuch aufgeben, die Bevölkerung vor den steigenden Benzinpreisen zu schützen, was zu einer Erhöhung der Preise für nicht subventioniertes Benzin um mehr als 30 Prozent führte. Dies trifft vor allem die Mittelklasse hart. Zudem hat der wichtigste indonesische Aktienindex rund ein Drittel seines Wertes verloren, und die Landeswährung Rupiah hat mehr als acht Prozent an Wert eingebüßt, was Indonesien zu einem der am stärksten betroffenen Märkte in Südostasien macht.

    Ein weiterer Kritikpunkt der Demonstranten ist das 15 Milliarden Dollar teure Programm für kostenlose Schulspeisungen, das Präsident Prabowo als Vorzeigeprojekt eingeführt hatte. Obwohl es bereits mehr als 60 Millionen Kinder und schwangere Frauen erreicht, wird es als ineffizient und schlecht organisiert wahrgenommen. Tausende Kinder erlitten Lebensmittelvergiftungen, und der Vorsitzende der Nationalen Ernährungsbehörde, Dadan Hindayana, wurde im Juni wegen Korruption festgenommen. Darüber hinaus werfen die Demonstranten der Regierung einen autokratischen Regierungsstil vor, der Kritiker unter Druck setzt und das Militär in zivile Bereiche einbindet. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren die Regierung ebenfalls und berichten von Desinformationskampagnen und Angriffen auf Aktivisten, darunter ein Säureangriff auf den Menschenrechtsaktivisten Andrie Yunus.


    Quelle: faz.net

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