Studie: Deutsche Skepsis gegenüber den USA auf historischem Tiefpunkt
Studie: Deutsche Skepsis gegenüber den USA auf historischem Tiefpunkt
Eine neue Studie zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen ein negatives Bild von den USA haben, wobei Donald Trump als Hauptgrund genannt wird.
Eine repräsentative Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung hat ergeben, dass 67 Prozent der Deutschen ein negatives oder eher negatives Bild von den Vereinigten Staaten haben. Besonders ausgeprägt ist diese Skepsis bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren, von denen 78 Prozent die USA kritisch sehen. Als Hauptgrund für diese Haltung wird der ehemalige US-Präsident Donald Trump genannt, der von 55 Prozent der Befragten als Ursache für die Abneigung angegeben wird.
Die Studie zeigt zudem, dass die historische Rolle der USA von einer Mehrheit der Deutschen kritisch bewertet wird. 48 Prozent der Befragten sehen die Vereinigten Staaten in ihrer Funktion als Schutzmacht Westdeutschlands und des wiedervereinigten Deutschlands negativ oder eher negativ. Nur 41 Prozent bewerten diese Rolle positiv. Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki warnte vor einem zunehmenden Antiamerikanismus in Deutschland, der sowohl in rechten als auch linken politischen Lagern ideologisch verankert sei.
Trotz der kritischen Haltung erkennen die Deutschen die Bedeutung der USA für die eigene Sicherheit an. 60 Prozent der Befragten halten die Vereinigten Staaten für einen unverzichtbaren Bündnispartner in der NATO. Gleichzeitig sprechen sich 74 Prozent dafür aus, dass Europa unabhängiger werden und mehr in die eigene Verteidigung investieren solle. Eine Mehrheit lehnt jedoch die Stationierung eigener Atomwaffen in europäischen Ländern ab.
Die Studie verdeutlicht auch, dass die Deutschen die USA in bestimmten Bereichen wie Verteidigungsbereitschaft, Künstlicher Intelligenz und nationaler Identifikation als zukunftsorientierter wahrnehmen. In anderen Bereichen, wie Demokratie, soziale Sicherheitssysteme und Integration, sehen sie jedoch Deutschland und Europa im Vorteil. Auf die Frage nach der zukünftigen Supermacht nennen die Deutschen China an erster Stelle, gefolgt von den USA und Russland. Diese Ergebnisse unterstreichen die komplexe und ambivalente Beziehung der Deutschen zu ihrem transatlantischen Partner.
Quelle: welt.de
