Die Brandkatastrophe von Crans-Montana, die in der Silvesternacht 41 Menschenleben forderte und 115 weitere verletzte, wirft weiterhin Fragen auf. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet, um mögliche Fehler beim Rettungseinsatz zu untersuchen. Laut Berichten sollen einige Verletzte erst Stunden nach dem Ausbruch des Feuers medizinisch versorgt worden sein, was zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führte.
Die Tragödie nahm ihren Anfang, als eine Kellnerin in der Bar ‚Le Constellation‘ Champagnerflaschen mit Sprühfontänen zu nah an die Decke hielt. Der Akustikschaum, der vor über einem Jahrzehnt zur Dämmung installiert wurde, fing Feuer und verwandelte die Bar innerhalb von 92 Sekunden in einen Vollbrand. Die einzige Treppe, die ins Freie führte, war blockiert, was für viele Gäste den Tod bedeutete. Die Ermittlungen zur Brandschutzkontrolle und den baulichen Mängeln dauern an.
Besonders brisant sind die Vorwürfe gegen den Rettungsdienst. Während die Walliser Rettungsorganisation einen ‚Massenanfall von Verletzten‘ ausrief und eine Sammelstelle für Schwerverletzte einrichtete, berichten Betroffene von langen Wartezeiten. Ein Anwalt einer 16-jährigen Mailänderin, die schwere Lungenschäden erlitt, kritisiert die späte Versorgung seiner Klientin. Der Einsatzleiter Fredy-Michel Roten verteidigt die Vorgehensweise und betont, dass unter den gegebenen Umständen keine medizinischen Versorgungsmängel vorlagen.
Die polizeilichen Ermittlungen zeigen, dass die meisten Opfer direkt in der Bar starben. 37 Menschen wurden tot im Untergeschoss gefunden, drei weitere im Erdgeschoss. Der Zugang zum Notausgang war versperrt, was die Fluchtmöglichkeiten erheblich einschränkte. Während des Rettungseinsatzes kam niemand ums Leben, doch die Tragödie hinterlässt tiefe Spuren bei den Überlebenden und den Angehörigen der Opfer.
Die neuen Ermittlungen sollen nicht nur die Verantwortlichkeiten klären, sondern auch Lehren für zukünftige Rettungseinsätze ziehen. Die Kritik an den Brandschutzkontrollen und der Organisation des Rettungsdienstes zeigt, wie wichtig es ist, bestehende Sicherheitsvorkehrungen zu hinterfragen und zu verbessern. Die Tragödie von Crans-Montana bleibt ein Mahnmal für die verheerenden Folgen von Nachlässigkeit und mangelnder Vorbereitung.