Donald Trump, der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, hat Lance Schroyer als neuen Direktor der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) nominiert. Die ICE, eine zentrale Institution in Trumps rigoroser Einwanderungspolitik, steht seit Jahren im Fokus intensiver Kritik. Schroyer, ein ehemaliger Polizist aus Oklahoma und früherer Marineinfanterist, bringt laut Trump „jahrzehntelange Erfahrung bei der Inhaftierung der schlimmsten Kriminellen“ mit. In einer Erklärung auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social bezeichnete Trump ihn als „Patrioten“ und betonte dessen Kompetenz und Hingabe für die nationale Sicherheit.
Schroyer, der derzeit als Berater des Heimatschutzministers Markwayne Mullin tätig ist, soll Todd Lyons nachfolgen, der die ICE seit März 2025 kommissarisch leitete. Lyons verließ den Posten im Mai 2026, kurz nach der Entlassung der früheren Heimatschutzministerin Kristi Noem, die aufgrund eines umstrittenen Vorfalls in Minneapolis unter Druck geraten war. Mullin begrüßte die Nominierung und erklärte, Schroyer werde eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Trumps verschärfter Einwanderungspolitik spielen, insbesondere bei der Festnahme und Abschiebung irregulärer Migranten.
Die ICE, gegründet im Jahr 2003, ist für die Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen und die Bekämpfung von grenzüberschreitender Kriminalität zuständig. Doch die Behörde geriet in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik. Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten werfen ihr vor, mit unverhältnismäßig harten Methoden gegen Migranten vorzugehen. Besonders unter der Trump-Administration wurde die ICE für ihre rigorosen Festnahmen und Abschiebungen bekannt, die oft Familien auseinandergerissen haben. Kritiker sehen die Nominierung Schroyers als weiteres Zeichen für eine Fortsetzung dieser umstrittenen Politik.
Die Bestätigung durch den Senat bleibt jedoch ungewiss. Seit 2014 wurde kein ICE-Direktor mehr offiziell vom Senat bestätigt, und seit 2017 werden alle Direktoren lediglich kommissarisch ernannt. Mullin forderte den Senat auf, die Nominierung zügig zu bestätigen, um der Behörde Stabilität und klare Führung zu geben. Die politische Polarisierung in den USA könnte jedoch eine schnelle Entscheidung erschweren.
Die Nominierung von Lance Schroyer markiert einen weiteren Schritt in Trumps Bemühungen, seine Einwanderungspolitik zu verschärfen und die ICE als zentralen Akteur dieser Strategie zu positionieren. Ob Schroyer die Erwartungen erfüllen und die Behörde aus der Kritik führen kann, bleibt abzuwarten.