Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt vor einer besorgniserregenden Zunahme extremer Wetterereignisse, die durch das Wetterphänomen El Niño ausgelöst werden. Laut dem jüngsten Klimabericht der Vereinten Nationen (UN) wird El Niño in den kommenden Monaten an Stärke gewinnen und somit Hitzewellen, Starkregen und andere extreme Wetterlagen weltweit begünstigen. Wissenschaftler der WMO, darunter Alvaro Silva, betonen, dass El Niño auch zu einem zusätzlichen Anstieg der globalen Temperaturen führen wird.
El Niño, ein wiederkehrendes Wetterphänomen, wird in verschiedene Intensitätsstufen eingeteilt: schwach, moderat, stark oder sehr stark. Die aktuelle Prognose der WMO stuft das diesjährige El Niño auf der zweithöchsten Stufe ein. Die Bedingungen für El Niño haben sich bereits im tropischen Pazifik entwickelt und werden laut Vorhersagen im Herbst auf der Nordhalbkugel weiter an Stärke zunehmen. Bereits 2024 war durch El Niño zum heißesten Jahr seit Beginn der Messungen geworden – ein alarmierender Trend, der sich fortsetzen könnte.
Die Auswirkungen von El Niño sind bereits deutlich spürbar. Europa erlebte im Juni eine frühe Hitzewelle, die mehrere Rekorde brach. Frankreich verzeichnete den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und in Deutschland wurde in Neißemünde-Coschen mit 41,7 Grad Celsius ein neuer Höchstwert gemessen. Auch die Meere erreichten im Juni Rekordtemperaturen, was die Dringlichkeit globaler Klimaschutzmaßnahmen unterstreicht.
Spanien steht vor einer weiteren Hitzewelle, die am kommenden Wochenende Temperaturen von über 40 Grad Celsius bringen soll. Der nationale Wetterdienst Aemet warnt vor extremer Hitze, die sowohl den Südwesten als auch den Norden und Nordosten des Landes betreffen wird. Ähnliche Szenarien spielen sich in den USA ab, wo Städte wie Washington, New York und Boston unter Rekordtemperaturen leiden. In Washington wurde mit knapp 39 Grad Celsius ein 128 Jahre alter Rekord gebrochen, während New York und Boston ebenfalls neue Höchstwerte verzeichneten.
Die globale Zunahme extremer Wetterereignisse durch El Niño verdeutlicht die dringende Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel. Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger sind gefordert, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, um die Auswirkungen dieses Phänomens zu mildern und die Resilienz der Gesellschaft gegenüber klimatischen Herausforderungen zu stärken.