Spritpreise explodieren nach Tankrabatt-Ende
Spritpreise explodieren nach Tankrabatt-Ende
Mit dem Auslaufen des Tankrabatts steigen die Spritpreise in Deutschland massiv an – Kritik an Mineralölkonzernen wächst.
Die Spritpreise in Deutschland haben nach dem Ende des Tankrabatts einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Laut einer Analyse des ADAC stiegen die Preise für Super E10 und Diesel am Mittwochmittag im bundesweiten Durchschnitt auf über zwei Euro pro Liter. Konkret verteuerte sich Super E10 um 18,2 Cent auf 2,15 Euro, Diesel um 20,4 Cent auf 2,11 Euro pro Liter. Bereits am Dienstag, dem letzten Tag des Tankrabatts, hatten die Mineralölkonzerne die Preise massiv angehoben – mit einem Anstieg von 20,3 Cent bei Super E10 und 24,0 Cent bei Diesel.
Der Tankrabatt, der eine Steuervergünstigung von 16,7 Cent pro Liter Kraftstoff vorsah, war in der Nacht zu Mittwoch ausgelaufen. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Preiserhöhungen bereits vor dem offiziellen Ende des Rabatts begonnen haben. Der ADAC kritisiert, dass viele Tankstellen noch günstig versteuerten Kraftstoff in ihren Tanks hatten, die Preise jedoch trotzdem stark angehoben wurden. Auch die Monopolkommission äußerte scharfe Kritik: Der Vorsitzende Tomaso Duso bezeichnete das Vorgehen der Mineralölunternehmen als „wettbewerbspolitisch alarmierend“. Laut Duso hätten die Unternehmen das absehbare Ende des Rabatts genutzt, um ihre Margen gezielt zu erhöhen.
Die Preissteigerungen übersteigen dabei die eigentliche Höhe des Tankrabatts deutlich. Während der Rabatt rechnerisch rund 17 Cent pro Liter betrug, lag die Weitergabe an die Verbraucher laut Monopolkommission zuletzt nur noch bei 7 bis 11 Cent je nach Kraftstoff. Der ADAC fordert, dass die Preise nicht weiter steigen dürfen, da der Rabatt bereits vorzeitig von den Unternehmen faktisch beendet wurde. Auch das Münchner ifo-Institut und das Bundeskartellamt kommen zu ähnlichen Einschätzungen und sehen die Preisentwicklung kritisch.
Besonders brisant: Der Rohölpreis war in der letzten Woche des Tankrabatts tendenziell rückläufig, was die Preiserhöhungen an den Zapfsäulen noch weniger nachvollziehbar macht. Die Verbraucher sehen sich nun mit deutlich höheren Kosten konfrontiert, während die Mineralölkonzerne ihre Gewinne offenbar steigern konnten. Ein vollständiges Bild der Preisentwicklung wird erst am Donnerstag erwartet, wenn die Tagesdurchschnittspreise für Mittwoch vorliegen. Der ADAC fordert eine stärkere Kontrolle und Regulierung, um die Interessen der Verbraucher zu schützen und Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.
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