Eintrittsgeld für Kölner Dom sorgt für Debatten
Eintrittsgeld für Kölner Dom sorgt für Debatten
Ab sofort kostet der Besuch des Kölner Doms bis zu 12 Euro – die Meinungen dazu sind gespalten.
Seit heute ist der Besuch des Kölner Doms nur noch mit Eintrittskarte möglich. Die Kosten belaufen sich auf 12 Euro für Erwachsene, während Kinder bis 13 Jahren, Schwerbehinderte mit Begleitperson und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins kostenlos Zutritt erhalten. Schüler ab 14 Jahren zahlen ermäßigte 6 Euro. Gottesdienste bleiben weiterhin kostenfrei, ebenso wie der Zugang zu bestimmten Gebetsbereichen.
Die Einführung des Eintrittsgeldes hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Besonders Touristen aus dem Ausland zeigen sich verständnisvoll. Clara und Ulf aus Schweden betonen, dass sie auch in anderen Ländern wie Italien Eintritt für Kirchen zahlen. Roslyn und Tony aus Australien loben die Architektur des UNESCO-Weltkulturerbes und sehen den Eintritt als Beitrag zur Erhaltung des Bauwerks. Deutsche Besucher wie Martina und Christian aus Heidelberg teilen diese Ansicht und finden den Preis angemessen.
Unter den Kölnern ist die Stimmung hingegen geteilt. Einige kritisieren die Gebühr scharf und verweisen darauf, dass sie bereits Kirchensteuer zahlen. Andere, wie Dompropst Guido Assmann, argumentieren, dass der Erhalt des Doms eine gemeinschaftliche Aufgabe sei. Er berichtet von einer Besucherin, die freiwillig Geld spendete, obwohl sie für den Messebesuch nichts zahlen musste. Diese Geste habe ihn tief bewegt.
Am ersten Tag der neuen Regelung war die Atmosphäre im Dom spürbar verändert. Die sonst übliche Geschäftigkeit wich einer ruhigeren Stimmung, die von einigen als förderlich für Gebete empfunden wurde. Sonja aus dem Bergischen nutzte die Gelegenheit zum Beten, äußerte jedoch Unmut über die Eintrittsgebühr. Sie beschränkte sich auf den kostenlosen Bereich und entzündete dort eine Kerze.
Die Tickets können online oder vor Ort im Kurienhaus am Roncalliplatz erworben werden. Der Zugang ist täglich zwischen 10 und 17:45 Uhr möglich, an Sonn- und Feiertagen eingeschränkt auf den Nachmittag. Eine erste Bilanz zur neuen Regelung wird im Januar erwartet. Im vergangenen Jahr besuchten an einem Spitzentag bis zu 40.000 Menschen den Dom. Mit der Einführung des Eintrittsgeldes ist die Zahl der täglichen Tickets auf 18.000 begrenzt.
Bearbeitet und vorbereitet von AboMatrix
