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    Tages Monitor September 12, 2026

    Scholz übernimmt Vorsitz der Nord-Süd-Kommission

    Ex-Kanzler Olaf Scholz leitet künftig die neue Nord-Süd-Kommission, die globale Entwicklungszusammenarbeit verbessern soll.

    Olaf Scholz, ehemaliger Bundeskanzler und SPD-Politiker, hat eine neue Aufgabe übernommen. Er wurde zum Vorsitzenden der Nord-Süd-Kommission ernannt, einem von der Bundesregierung initiierten Gremium, das die internationale Entwicklungszusammenarbeit stärken soll. Scholz teilt den Vorsitz mit Laura Chinchilla, der ehemaligen Regierungschefin von Costa Rica. Die Kommission wurde heute auf der Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg offiziell vorgestellt.

    Die Nord-Süd-Kommission besteht aus rund 20 Mitgliedern, die überwiegend aus dem globalen Süden stammen. Ziel des Gremiums ist es, Lösungen für globale Herausforderungen wie Hunger, Armut und wirtschaftliche Ungleichheit zu entwickeln. Scholz betonte bei der Auftaktveranstaltung, dass das Welthandelssystem reformiert werden müsse, um Ländern zu ermöglichen, ihre Rohstoffe selbst zu verarbeiten und dadurch höhere Einnahmen zu erzielen. Chinchilla ergänzte, dass die fehlenden Zukunftsperspektiven junger Menschen im globalen Süden dringend angegangen werden müssten.

    Das Konzept der Nord-Süd-Kommission basiert auf einem historischen Vorbild: In den 1970er-Jahren setzte der damalige Bundeskanzler Willy Brandt ein ähnliches Gremium ein, um die Ungleichheit zwischen dem globalen Norden und Süden zu bekämpfen. Scholz und Chinchilla knüpfen an diese Tradition an und wollen die Zusammenarbeit zwischen den Ländern des Nordens und Südens auf eine neue Ebene heben.

    Die Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg, auf der die Kommission vorgestellt wurde, zieht derzeit rund 1.600 Teilnehmende aus 110 Ländern an. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren dort über globale Herausforderungen und Lösungsansätze. Scholz, der nach seiner Kanzlerschaft weiterhin als Bundestagsabgeordneter für Hamburg tätig ist, sieht in der Nord-Süd-Kommission eine Chance, die internationale Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig zu verbessern und die Lebensbedingungen in benachteiligten Regionen der Welt zu stärken.


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