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    Tages Monitor September 12, 2026

    HPV-Impfung: Schutz vor Krebs und Tod

    Eine englische Studie zeigt: Die HPV-Impfung senkt das Krebs-Sterberisiko auf nahezu null – doch Deutschland hinkt hinterher.

    Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) kann Krebserkrankungen und Todesfälle effektiv verhindern, wie eine aktuelle Studie aus England belegt. Dort hat die Einführung der HPV-Impfung seit 2008 das Risiko für junge Frauen, an Gebärmutterhalskrebs zu sterben, drastisch reduziert. Besonders bemerkenswert: Zwischen 2020 und 2024 wurde bei Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren kein einziger Todesfall durch Gebärmutterhalskrebs registriert. Auch bei den 25- bis 29-Jährigen sank die Sterblichkeit deutlich. Laut den Studienautoren hat die Impfung seit ihrer Einführung in England bereits 200 Frauen das Leben gerettet.

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, idealerweise vor den ersten sexuellen Kontakten. Je früher die Impfung erfolgt, desto besser ist die Schutzwirkung. Bei späterer Impfung schwächt sich die Wirksamkeit ab, erklärt Anja Takla, Immunologin am Robert Koch-Institut (RKI). Trotz der nachweislichen Vorteile sind die Impfquoten in Deutschland niedrig: Nur 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen sind vollständig geimpft. Für eine Herdenimmunität wären jedoch etwa 80 Prozent nötig.

    HPV betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Das Virus wird durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen, etwa bei Vaginal-, Oral- oder Analsex. Es kann unangenehme Feigwarzen und schwere Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Anal-, Mund- und Peniskarzinome verursachen. Jährlich führen HPV-Infektionen zu etwa 8.000 schweren Krebserkrankungen in Deutschland, von denen 1.600 Frauen und 400 Männer sterben. Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, doch nur jede zehnte Infektion führt zu einer Erkrankung – oft erst nach zehn bis 20 Jahren.

    Die Impfung ist gut verträglich, wird von den Krankenkassen bezahlt und schützt effektiv vor den gefährlichsten HPV-Varianten. Experten wie Anja Takla und Nobila Ouédraogo vom Deutschen Krebsforschungszentrum fordern gezielte Maßnahmen, um die Impfquoten zu steigern. In Ländern wie England und Skandinavien gibt es staatliche Einladungen und Erinnerungen für anstehende Impfungen sowie Impfangebote direkt an Schulen. Solche Ansätze könnten auch in Deutschland helfen, die Impfbereitschaft zu erhöhen und langfristig Leben zu retten.


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