Charité-Chef warnt: Deutliche Defizite in Deutschlands Gesundheitssicherheit
Charité-Chef warnt: Deutliche Defizite in Deutschlands Gesundheitssicherheit
Heyo Kroemer, Leiter der Charité, kritisiert Deutschlands mangelnde Vorbereitung auf Krisenlagen im Gesundheitsbereich.
Heyo Kroemer, Chef der Berliner Charité, hat im Interview mit der WELT auf erhebliche Defizite in der Sicherheit des deutschen Gesundheitssystems hingewiesen. Deutschland sei im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schlecht auf Krisen wie militärische Konflikte, Terroranschläge oder Pandemien vorbereitet. Kroemer betonte, dass es an einem umfassenden Health Security System fehle, wie es etwa in Schweden oder Dänemark existiere.
Die Charité könnte laut Kroemer eine zentrale Rolle bei der Koordination und dem Aufbau einer nationalen Struktur übernehmen. Er verwies auf die Erfahrungen während der Corona-Pandemie, als die Charité eine Schlüsselrolle bei der Versorgung schwerkranker Patienten und der Koordination von Intensivbetten spielte. Besonders problematisch seien jedoch Szenarien wie Terroranschläge mit radioaktiven oder giftigen Substanzen, für die es in Deutschland nur begrenzte Kapazitäten und Expertise gebe. Kroemer forderte regelmäßige Übungen und klare Zuständigkeiten, um auf solche Lagen vorbereitet zu sein.
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