Sicherheitslücke: Mobilfunknetze gaben sensible Geräteinformationen preis
Sicherheitslücke: Mobilfunknetze gaben sensible Geräteinformationen preis
Eine gravierende Schwachstelle in deutschen Mobilfunknetzen hat dazu geführt, dass während Telefonanrufen sensible Gerätedaten unbemerkt an Anrufer übermittelt wurden. Der Verfassungsschutz warnt vor möglichen Gefahren durch ausländische Nachrichtendienste.
Eine neu entdeckte Sicherheitslücke in deutschen Mobilfunknetzen hat gezeigt, dass bei Telefonanrufen sensible Informationen wie die IMEI-Nummer, das genaue Smartphone-Modell und die Betriebssystemversion des angerufenen Geräts an den Anrufer weitergegeben wurden. Besonders alarmierend ist, dass diese Daten bereits während des Rufaufbaus übermittelt wurden – noch bevor der angerufene Teilnehmer das Gespräch annahm.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz bewertet die Sicherheitslücke als äußerst schwerwiegend. Es wird davon ausgegangen, dass kriminelle oder staatliche Cyberakteure solche Daten für gezielte Angriffe nutzen könnten, etwa durch Spionagesoftware. Besonders besorgt zeigen sich Politiker, darunter Roderich Kiesewetter, der darauf hinweist, dass diese Schwachstelle ein potenzielles Tor für ausländische Nachrichtendienste darstellt. Er fordert schnelle und transparente Maßnahmen zur Schließung der Sicherheitslücke.
Mehrere Netzbetreiber, darunter Telekom, Vodafone und Telefónica (O2), haben technische Anpassungen vorgenommen, um die Datenübertragung bei Telefonanrufen einzuschränken. Es bleibt jedoch unklar, seit wann die Schwachstelle bestand und wie viele Nutzer betroffen waren. Experten fordern eine klare Überprüfung internationaler Standards, da die Weitergabe solcher sensiblen Informationen laut Standardisierungsorganisationen eigentlich nicht vorgesehen ist.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
