Studie zeigt: Ivermectin kann während der Neuralrohrbildung zu Fehlbildungen führen
Studie zeigt: Ivermectin kann während der Neuralrohrbildung zu Fehlbildungen führen
Eine aktuelle Untersuchung hat aufgedeckt, dass die während der Neuralrohrbildung auftretende Exposition gegenüber Ivermectin bei Xenopus laevis erhebliche Entwicklungsstörungen und motorische Beeinträchtigungen verursachen kann.
Die Neuralrohrbildung ist ein entscheidender Prozess bei der Ausbildung des zentralen Nervensystems und gekennzeichnet durch das Falten und Verschließen der Neuralplatte, welche anschließend Gehirn und Rückenmark formt. Forschende konnten nun nachweisen, dass die Behandlung mit Ivermectin während dieser Phase bei Xenopus laevis zu Neuralrohrdefekten und weiteren Entwicklungsstörungen führt, darunter auch motorische Lähmungen und strukturelle Veränderungen an neuromuskulären Verbindungen.
Besonders betroffen zeigte sich der purinergische Signalweg, der eine Schlüsselrolle in der Entwicklung spielt. Ivermectin, ein positiver allosterischer Modulator des P2X4-Rezeptors, führte zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Signalübertragung und damit verbundenen Veränderungen im vorgesehenen Entwicklungsablauf. Der P2X4-Rezeptor, ein ATP-modulierter ionotroper Kanalkomplex mit hoher Kalzium-Durchlässigkeit, wurde als zentraler Faktor identifiziert, der durch das Medikament gestört wird.
Die Untersuchung ergab zudem, dass spezifische Blocker für andere Ivermectin-Zielrezeptoren wie Glycin-, GABA(A)- oder nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren keine ähnlichen negativen Effekte hervorriefen, was die Kritikalität des P2X4-Signalwegs weiter unterstreicht. Die Ergebnisse verdeutlichen die potentiellen Risiken der Anwendung von Ivermectin während sensiblen Entwicklungsstadien und legen nahe, dass dieser Wirkstoff durch seine Wechselwirkung mit P2X4-Rezeptoren verantwortungsvolle Anwendungskontrollen erfordert.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
