EU-Staaten planen Abschiebezentren in Ruanda: Verhandlungen laufen
EU-Staaten planen Abschiebezentren in Ruanda: Verhandlungen laufen
Deutschland und vier weitere EU-Länder führen Gespräche mit Ruanda über die Einrichtung von Abschiebezentren für abgelehnte Asylsuchende. Eine Delegation europäischer Regierungen wird in Kürze in das afrikanische Land reisen, um die Pläne voranzutreiben.
Deutschland und vier andere Länder der Europäischen Union, darunter Österreich, Dänemark, Griechenland und die Niederlande, befinden sich in Verhandlungen mit Ruanda, um sogenannte Abschiebezentren für abgelehnte Asylanträge einzurichten. Ziel der Gespräche ist es, eine Grundlage für die Errichtung von Einrichtungen zu schaffen, in denen abgewiesene Asylsuchende untergebracht werden können, bevor sie in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden.
Die Länder, die sich intern als ‚die Umsetzer‘ bezeichnen, planen, ihre Vorstellungen im Rahmen eines gemeinsamen Projekts umzusetzen. Vertreter der EU-Staaten werden in der kommenden Woche zu technischen Verhandlungen nach Ruanda reisen, um die Möglichkeiten zur Einrichtung solcher Zentren, auch ‚Return Hubs‘ genannt, zu diskutieren. Bereits jetzt bemüht sich die Gruppe um die Auswahl geeigneter Partnerländer außerhalb Europas, um neue Lösungen für das Asyl- und Migrationsmanagement zu finden.
Die Regierung Ruandas hat bestätigt, erste Gespräche über ein potenzielles Migrationsabkommen geführt zu haben, jedoch sei bisher keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Obwohl die Innenministerien in Berlin und Wien die Verhandlungen bestätigten, lehnten sie nähere Auskünfte unter Verweis auf deren Vertraulichkeit ab. Ziel ist es, bis Ende des Jahres konkrete Vereinbarungen zu treffen, um die Abschiebezentren zu realisieren.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
