Energiekrise in Ungarn: Paks-Kernkraftwerk droht Stilllegung wegen Niedrigwasser
Energiekrise in Ungarn: Paks-Kernkraftwerk droht Stilllegung wegen Niedrigwasser
In Ungarn spitzt sich die Energiekrise zu, während das Paks-Kernkraftwerk aufgrund historisch niedriger Wasserstände der Donau seine Leistung drosseln muss. Politische Spannungen steigen, da die extreme Dürre die Regierung unter Druck setzt.
Die ungarische Regierung sieht sich einer wachsenden Energiekrise gegenüber, die durch eine extreme Dürre und rekordniedrige Wasserstände der Donau ausgelöst wurde. Premierminister Péter Magyar kündigte Notmaßnahmen an, um den Wasser- und Stromverbrauch großer Industriekunden zu überprüfen und möglicherweise einzuschränken. Gleichzeitig appellierte er an die Bevölkerung, ihren Energieverbrauch in den Abendstunden zu reduzieren.
Das Paks-Kernkraftwerk, das auf Wasser aus der Donau zur Kühlung angewiesen ist, hat bereits mit der schrittweisen Reduzierung seiner Stromproduktion begonnen. Magyar warnte, dass eine vollständige Stilllegung des Kraftwerks drohe, wenn der Wasserspiegel weiter sinke. Er betonte jedoch, dass Ungarn nicht in Gefahr sei, einen Energieengpass zu erleben, da der Ausfall durch Stromimporte kompensiert werden könne.
Die politische Opposition, insbesondere die Fidesz-Partei unter Viktor Orbán, kritisierte die Regierung und warf ihr vor, die Situation nicht rechtzeitig vorhergesehen zu haben. Orbán selbst hatte während der Krise an einem Formel-1-Rennen teilgenommen, was zu weiteren Spannungen führte. Experten wiesen darauf hin, dass frühere Regierungen versäumt hätten, in Infrastruktur zu investieren, die eine Wasserentnahme aus der Donau auch bei niedrigem Wasserstand ermöglicht hätte.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
