Ehemaliger Botschafter Seibert kritisiert israelische Siedlungspolitik
Ehemaliger Botschafter Seibert kritisiert israelische Siedlungspolitik
Steffen Seibert, ehemaliger deutscher Botschafter in Israel, stellt klar, dass die deutsche Staatsräson nicht die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland unterstützt. Er fordert eine differenzierte Betrachtung der deutschen Unterstützung für Israel.
In einem aktuellen Interview hat Steffen Seibert, der bis Juli 2026 als deutscher Botschafter in Israel tätig war, die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland scharf kritisiert. Seibert betont, dass die von der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel formulierte Staatsräson, die Israels Sicherheit als Teil der deutschen Identität betrachtet, nur für die Grenzen von 1967 gilt und nicht für die umstrittenen Siedlungen.
Seibert bezeichnet die Siedlungen im Jordantal als illegale Ansiedlungen, die auf einer Ideologie basieren, die das Land als ausschließlich jüdisches Territorium betrachtet. Er hebt hervor, dass die deutsche Staatsräson nicht das Überlegenheitsgefühl gegenüber der palästinensischen Bevölkerung unterstützen dürfe. Zudem beschreibt er die Siedlungspolitik als eine Form der Vertreibung, die sowohl psychologische als auch physische Gewalt beinhaltet.
Der ehemalige Botschafter plädiert dafür, die deutsche Unterstützung für Israel klarer von den politischen Entscheidungen der jeweiligen israelischen Regierung zu trennen. Seibert spricht sich gegen Boykotte und Einschränkungen im wissenschaftlichen Austausch mit Israel aus, fordert jedoch gezielte Maßnahmen, um die Ablehnung der Siedlungspolitik deutlicher zu kommunizieren. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit, das Recht des israelischen Volkes auf einen eigenen Staat zu respektieren.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
