250 Jahre USA: Der Weg zur Unabhängigkeit begann mit grünem Tee und Protesten
250 Jahre USA: Der Weg zur Unabhängigkeit begann mit grünem Tee und Protesten
Am 16. Dezember 1773 enterten als Indianer verkleidete Männer drei britische Handelsschiffe im Hafen von Boston und warfen 340 Kisten Tee ins Wasser – ein entscheidender Moment auf dem Weg zur amerikanischen Unabhängigkeit.
Am 16. Dezember 1773 ereignete sich im Hafen von Boston ein historischer Protest, der später als „Boston Tea Party“ bekannt wurde. Eine Gruppe weißer Männer, die sich als Mohawk-Indianer verkleidet hatten, enterte drei Schiffe der britischen „East India Company“ und warf 340 Kisten Tee ins Wasser. Der Protest richtete sich gegen den sogenannten Tea Act, den das britische Parlament im Mai 1773 verabschiedet hatte. Dieser Gesetzesakt erließ der „East India Company“ alle Zölle und Gebühren, wodurch der Teepreis deutlich sank. Dies verärgerte viele Kaufleute in den britischen Kolonien, die ihre Geschäfte mit geschmuggeltem Tee gefährdet sahen, sowie Konsumenten, die den Tea Act als Versuch der Kolonialmacht betrachteten, ein britisches Monopol durchzusetzen.
Die britische Regierung reagierte auf die „Boston Tea Party“ mit harten Maßnahmen. Der Handel im Hafen von Boston wurde vollständig untersagt, die Sitzungen der kommunalen Parlamente ausgesetzt, die Kompetenzen der Gouverneure ausgeweitet und die Truppenpräsenz verstärkt. Gleichzeitig begann der Provinzialkongress von Massachusetts, geheime Waffenlager anzulegen, indem er Waffen, Munition und Ausrüstung kaufte. Diese Eskalation des Konflikts war Teil einer längerfristigen Verschlechterung der Beziehungen zwischen den britischen Kolonien in Nordamerika und dem Mutterland, die bereits nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 begonnen hatte.
Ein Wendepunkt war die „Boston Tea Party“ auch, weil sie die 13 britischen Kolonien enger zusammenschweißte. Am 5. September 1774 trat der erste Kontinentalkongress in Philadelphia zusammen, an dem Delegierte aus zwölf Kolonien teilnahmen. Dieses Gremium rief die Bewohner der Kolonien zu einem strikten Boykott britischer Waren auf und legte damit den Grundstein für eine koordinierte Widerstandsbewegung. Der Slogan „No taxation without representation“ wurde zum zentralen Ausdruck des Protests gegen die britische Steuerpolitik und die fehlende politische Mitbestimmung der Kolonisten.
Quelle: faz.net
