Proteste gegen Notfallreform: Rettungsdienste fordern finanzielle Absicherung
Proteste gegen Notfallreform: Rettungsdienste fordern finanzielle Absicherung
Rettungsorganisationen demonstrierten in Berlin gegen die geplante Notfallreform, um auf fehlende finanzielle Absicherung ihrer Einsätze aufmerksam zu machen.
Am Dienstagvormittag versammelten sich Vertreter von acht Rettungsorganisationen, darunter die Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz, vor dem Brandenburger Tor in Berlin, um gegen die geplante Notfallreform zu protestieren. Mit Plakaten wie „Notfallversorgung sichern. Finanzierung verlässlich. Mitsprache verbindlich.“ und einer symbolischen Aufstellung von Rettungswagen und Hubschraubern machten sie auf ihre Forderungen aufmerksam. Rund 150 Rettungskräfte nahmen an der Demonstration teil.
Die Notfallreform, die am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden soll, sieht vor, unnötige Krankentransporte zu reduzieren und integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern einzurichten, um Notfälle effizienter zu sortieren. Zudem sollen ärztliche Beratungen am Telefon ausgebaut werden, um den Druck auf die Notaufnahmen zu verringern. Obwohl die Reform von vielen als überfällig und sinnvoll angesehen wird, kritisieren die Rettungsdienste, dass ihre Finanzierung durch ein Sparpaket für die Krankenkassen gefährdet sei. Sie fordern eine Ausnahmeregelung, um ihre Einsätze weiterhin zuverlässig finanzieren zu können.
Kevin Grigorian von den Johannitern betonte, dass die Reform grundsätzlich begrüßt werde, jedoch eine Korrektur bei der Finanzierung notwendig sei. Unterstützung erhalten die Rettungsdienste auch von kommunalen Verbänden wie dem Deutschen Städtetag und dem Landkreistag. Krystian Pracz von der DRF Luftrettung wies darauf hin, dass internationale Faktoren wie steigende Kerosinpreise die Kosten für Luftrettung erhöhen und eine pauschale Deckelung der Ausgaben nicht praktikabel sei. Die Grünen, vertreten durch den Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen, unterstützen die Rettungskräfte ebenfalls, sehen jedoch auch Herausforderungen bei der Einhaltung von Qualitätsstandards.
