Panzerbauer KNDS verschiebt Börsengang aufgrund unsicherer Marktbedingungen
Panzerbauer KNDS verschiebt Börsengang aufgrund unsicherer Marktbedingungen
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS hat seinen geplanten Börsengang vorerst abgesagt, da die aktuellen Marktbedingungen für Rüstungsaktien ungünstig sind.
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS, bekannt für die Produktion des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000, hat seinen Börsengang vorerst auf Eis gelegt. Ursprünglich sollte der Börsengang eine der größten Kapitalmarkttransaktionen im europäischen Verteidigungssektor der letzten Jahre werden. Doch aufgrund der aktuellen Marktschwankungen und der schwachen Performance von Rüstungsaktien, wie etwa bei Rheinmetall und dem tschechischen Konzern CSG, sah sich das Unternehmen gezwungen, die Pläne zu verschieben.
Die Entscheidung kommt nur wenige Tage nach der Ankündigung der Bundesregierung, sich am Unternehmen zu beteiligen. Der Einstieg des Bundes, der im Zuge des Börsengangs erfolgen sollte, verzögert sich nun ebenfalls. Laut einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums respektiert die Bundesregierung die Entscheidung von KNDS, bleibt jedoch weiterhin daran interessiert, das Unternehmen gemeinsam mit Frankreich in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Ursprünglich war ein Börsengang für Anfang Juli geplant, das nächste mögliche Zeitfenster öffnet sich frühestens im September.
Hintergrund der Verzögerung sind auch Schwierigkeiten bei der Bewertung des Unternehmens. Laut einem Bericht der Financial Times konnten die Eigentümer potenzielle Investoren nicht von der geplanten Bewertung von über 12 Milliarden Euro überzeugen. Die Eigentümerstruktur des Unternehmens sollte im Zuge des Börsengangs angepasst werden: Der französische Staat und die deutsche Familie Wegmann halten derzeit jeweils 50 Prozent der Anteile. Der französische Anteil sollte auf 40 Prozent sinken, während der Bund ebenfalls 40 Prozent übernehmen sollte. Die verbleibenden 20 Prozent sollten an die Börse gebracht werden – ein Schritt, der nun verschoben wurde.
Die Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und die Verteidigungsindustrie in Deutschland. KNDS beschäftigt rund 11.000 Mitarbeiter, darunter viele in der deutschen Zentrale in München. Die Unsicherheit über den Börsengang und die Beteiligung des Bundes sorgt für Diskussionen in der lokalen Gesellschaft, insbesondere in München, wo viele Arbeitsplätze direkt betroffen sind. Die Bundesregierung betont, dass die geplante Beteiligung des Bundes auch dazu dienen soll, die Sicherheitsinteressen Deutschlands und Frankreichs auf Augenhöhe zu wahren. Die Verzögerung könnte jedoch die öffentliche Debatte über die Rolle der Rüstungsindustrie und deren Einfluss auf die lokale Wirtschaft weiter anheizen.
Quelle: tagesschau.de
