Der deutsche Leitindex DAX startet die Woche mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent und notiert bei 24.724 Punkten. Dies markiert eine kleine Erholung nach dem Verlust von 1,3 Prozent am vergangenen Freitag. Trotz eines Rückgangs von 1,7 Prozent im Juni konnte der DAX in der ersten Jahreshälfte ein moderates Plus von 0,7 Prozent verzeichnen.
Die geopolitische Lage im Nahen Osten, die Bewertungen im Technologiesektor und die Geldpolitik bleiben zentrale Themen für Anleger. Insbesondere die Unsicherheiten rund um den Handelsstreit zwischen den USA und Europa sorgen für Zurückhaltung. US-Präsident Trump drohte europäischen Ländern mit Zöllen von bis zu 100 Prozent, sollten sie Digitalsteuern einführen, die vor allem große US-Internetkonzerne wie Google und Meta treffen würden.
Die Experten der DZ Bank weisen auf eine saisonale Sommerschwäche hin, die den Märkten derzeit die Dynamik nimmt. Hinzu kommen Sorgen über überhitzte US-Börsen, die kurzfristig keine positiven Impulse erwarten lassen. Die Landesbank Helaba betonte in einem Marktkommentar, dass die hohen Bewertungen im Technologiesektor weiterhin für Unsicherheiten sorgen und den DAX in seiner Entwicklung hemmen.
Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Geldpolitik. Morgen werden die Inflationsdaten aus Deutschland sowie Frankreich und Italien veröffentlicht. Anleger erhoffen sich daraus Hinweise auf den kommenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am 23. Juli. Bereits im Juni hatte die EZB den Leitzins erstmals seit drei Jahren erhöht, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnte zuletzt vor anhaltenden Angebotsschocks und dem Risiko einer hartnäckig hohen Inflation. Lieferunterbrechungen könnten die Inflationserwartungen weiter anheizen, was die Zentralbanken zu entschlossenem Handeln zwingen könnte.
An der Wall Street zeigt sich ein gemischtes Bild: Der Dow Jones schloss am Freitag nahezu unverändert bei 51.876 Punkten, während der Nasdaq leicht um 0,2 Prozent auf 25.297 Punkte nachgab. Die US-Futures deuten jedoch auf eine freundliche Eröffnung hin, was dem DAX zusätzliche Unterstützung bieten könnte.
Eine bemerkenswerte Veränderung im Dow Jones betrifft die Aufnahme der Alphabet-Aktien, die die Papiere von Verizon ersetzen. Diese Entscheidung basiert auf qualitativen Kriterien wie nachhaltigem Wachstum und hoher Marktrepräsentation. Währenddessen verzeichnete die Mercedes-Benz Group am Tag ihrer 100-jährigen Börsennotiz einen Kursrückgang auf den niedrigsten Stand seit November 2020.